Russische Brautschätze – Das Porzellan der Großfürstinnen im Hetjens

01. Dezember 2016

Hetjens: Russische Brautschätze – Das Porzellan der Großfürstinnen Ausstellungsplakat

Es gibt Dinge, die können wir nicht beeinflussen. So wird es draußen immer kälter, die Tage immer kürzer und Weihnachten steht schon wieder vor der Tür. Manche lieben diese Zeit des Jahres, andere überhaupt nicht. Aber egal wie die Reaktionen auch ausfallen mögen, es gibt eigentlich keine schönere Zeit im Jahr, sich prunkvolle Schätze aus Russland anzusehen, als im Winter.

Im Hetjens beginnt nun eine weitere Ausstellung mit russischem Hintergrund. Aber Russland ist nicht gleich Russland und die Kacheln aus der Zarenzeit sind kein Porzellan von Großfürstinnen. Und dennoch haben beide Ausstellungen gemeinsam, dass sie darauf hinweisen, wie nah sich Russland und Deutschland einmal waren, wie eng die Verbindungen aufgebaut waren und wie die beiden Länder immer noch verbunden sind.

Die Kacheln der Ausstellung „Moskauer Glanz der Zarenzeit“ zelebrieren u.a. die Städtepartnerschaft zwischen Moskau und Düsseldorf, die im Jahr 2017 ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Im ersten Obergeschoss des Museums allerdings wird die Verbindung beider Nationen mit Exponaten aus St. Petersburg zelebriert. Und was einem Moskauer die Konkurrenz zu St. Petersburg ist, kennen wir im Rheinland mit Düsseldorf und Köln auch nur allzu gut!

Die Leihstücke, die das Hetjens dort präsentiert, besitzen ein besonderes Kaliber: Im ersten der beiden Ausstellungsräume thront mittig eine imposante Vase. Sie ist das größte Exponat dieser Ausstellung und besticht durch die Goldarbeiten und das abgebildete Portrait, dessen Original in der Eremitage in St. Petersburg zu finden ist. Der Besucher sollte immer im Hinterkopf behalten, dass fast alle Gegenstände seien es Vasen, Teller oder Schüsseln – von Hand bemalt wurden. Ebenso ist die Handhabung von Farben eine Herausforderung, verändern sie sich beim Brennen doch zumeist stark. Sollte ein Gemälde also originalgetreu nachempfunden werden, musste der Künstler ein gutes Wissen über die „Laune“ der Farben haben und sie sich in der Endfassung vorstellen können.

Aber kommen wir zurück zu der Schönheit und den Geschichten rund um die Brautschätze. Die farbenfrohen und oft individuell gestalteten Porzellanstücke lassen den Besucher in die faszinierende Welt von russischen Zarenhäusern und deutschen Großherzogtümer eintauchen. Diese waren nämlich durch zahlreiche Hochzeiten eng verbunden. Das Porzellan, das zu solch einem großen Anlass wie einer Hochzeit und ebenso als Mitgift angefertigt wurde, bestand meist aus mehr als 1000 Einzelteilen. Solche Services sind allerdings aus verschiedenen Gründen nirgendwo annähernd vollständig erhalten geblieben.

Eine festlich gedeckte Tafel aus dem Brautschatz der Alexandra Nikolajewna ist das Herzstück des zweiten Raumes. Sie gibt den Besuchern einen schönen Eindruck davon, wie damals für hunderte Gäste eingedeckt wurde. Ebenso in diesem Raum vertreten sind viele individuell gestaltete Dessertteller, Déjeuners und andere liebevoll verzierte Porzellanstücke zu sehen. Alle Exponate tragen das glamouröse Russland der Zarenzeit in die Landeshauptstadt und verzaubern durch ihre Extravaganz.

Durch die vielen Geschichten und Personenzusammenhänge, die in dieser Ausstellung aufkommen, ist eine Führung absolut empfehlenswert. Die Exponate sprechen natürlich auch für sich, eine Führung lässt die Welt des St. Petersburg im 19. Jahrhundert noch viel schöner wieder auferstehen.

Zusätzlich zu den Brautschätzen dürfen sich die Besucher des Hetjens ebenfalls auf den Tisch des Monats freuen. Das Thema dieses Tisches ist „Russisches Wintermärchen“ und zeigt prachtvoll hergestellte Teller zu verschiedenen russischen Märchen, die auf einer weihnachtlich geschmückten Tafel präsentiert werden. Auch zu diesem Thema bietet das Hetjens in der kalten Zeit vor und nach Weihnachten ein besonderes Rahmenprogramm.

Die schöne Lage des Hetjens in der Düsseldorfer Altstadt, die Aussicht aus dem Museum heraus auf den Rhein und natürlich die Ausstellungen selbst sind immer einen Besuch wert! Nach einem Bummel durch die Stadt oder einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt können die Besucher noch die Exponate in den russischen Ausstellungen genießen – vielleicht sogar bei einem heißen Tee aus dem Samowar!

Viel Spaß!

Hier geht es zum Rahmenprogramm >>>


Adresse & Kontakt

Hetjens-Museum – Deutsches Keramikmuseum
Schulstraße 4
40213 Düsseldorf
Tel: +49 211 8994210
Fax: +49 211 89291 66
www.duesseldorf.de/hetjens
hetjensmuseum@duesseldorf.de

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