Jean Tinguely. Super Méta Maxi: Eine Ausstellung regt zur Phantasie an

25. April 2016

Jean Tinguely, Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia, 1987, 810 x 1683 x 887 cm, Mixed Media, Museum Tinguely, Basel, Foto: Christina Baur, © Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Tinguelys Kunst lädt dazu ein, zu staunen und einen Moment lang inne zu halten, um den Bewegungen der vielen verschiedenen Werke zu folgen, den Standort zu wechseln und sich die Bewegungen desselben Werks noch einmal von dort aus anzuschauen. Was verändert sich, was nicht? Ergibt sich eine schlüssige Form oder regen die Gestalten just unsere Phantasie an? In dieser Ausstellung geht es nämlich gerade nicht einfach nur um das sehen, es geht darum, sich inspirieren zu lassen, vielleicht sogar wieder ein Stück Kind in sich zu entdecken.

Das beste Beispiel für die Ergründung des inneren Kindes liefert die begehbare Monumental-Skulptur Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia. Im ersten Moment wirkt sie wie eine gigantische Maschine, ein unbändiges Geflecht aus Rädern, Treppen und allerlei Schnick-Schnack. Im nächsten Moment aber wird erkennbar, dass die Maschine begehbar ist. Durch die Erkundungstour innerhalb der Installation selbst, dem Vorhang, dem riesigen Holzpferd oder den Blumen, kommen Erinnerungen an die Zeit aus unserer Kindheit zurück als wir auf dem Spielplatz erkundeten und kletterten.

Die Werke blinken, drehen sich, werfen Schatten auf die Wand. Sie sind alles, nur nicht statisch. Selbst die Auseinandersetzung mit dem Tod und der Vergänglichkeit eines jeden findet seine spielerische Facette im „Mengele Totentanz“, womit der Rundgang der Ausstellung abschließt. Diese tanzenden Figuren faszinieren, wirken mit ihren großen Schatten auf der Wand, den Tier- und Menschenschädeln und abstrakten Formen aber auch sehr bedrohlich, wie der Tod nun einmal selbst.

Tinguely setzt sich in einer Zeit seines Lebens mit dem Tod auseinander, in der dieser ihm immer präsenter erschien. Der Brand auf einem benachbarten Bauernhof, der Geruch von verbranntem Fleisch und die überall herumliegenden Mengele-Maschinenteile gaben ihm dann den letzten entscheidenden Anstoß zu diesem umfangreichen Werk. Wie bei den meisten seiner Arbeiten wird er auch hier nicht den Blick eines Kindes verloren haben, die Sicht aus Augen, in denen doch immer auch etwas Positives zurückbleiben kann.

„Gerade weil ich auf die Angst eingehe, kann ich sie fröhlich vermitteln.“

Genau das schafft die Verbindung zwischen der spielerischen Art und der gleichzeitigen Tiefgründigkeit seiner Werke. Er betrachtet die Welt aus verschiedenen Perspektiven und bringt diese zusammen. Diese Herangehensweise macht Tinguelys Werk auch pädagogisch sehr ansprechend. Für Kinder ist das der perfekte Einstieg in die Welt der Kunst. Das Museum Kunstpalast unterstützt diese Förderung der jüngsten Kunsteinsteiger- und fans mit einem umfangreichen Vermittlungsprogramm. Dieses beinhaltet u.a. das Mitmach-Atelier für Kinder und Jugendliche. Aber auch für alle anderen Besucher steht ein vielfältiges Begleitprogramm bereit.
Besondere Termine sind u.a. der Sparda Tag am 03.07.2016, der Programm für Groß und Klein bereithält und das bei freiem Eintritt. Außerdem feiert das Museum Kunstpalast anlässlich Jean Tinguelys Ausstellung den Schweizer Nationalfeiertag am 01.08.2016. Neben der Kunst können sich die Besucher auch an den kulinarischen Köstlichkeiten des Landes erfreuen.

Wer allerdings Zu Recht nicht bis dahin warten möchte, sollte sich schon vorher ein Bild von den Werken des Kurators, Philosophen und Künstlers Jean Tinguely machen. Viel Spaß!


Adresse & Kontakt

Stiftung Museum Kunstpalast

Ehrenhof 4-5

40479 Düsseldorf
Tel: +49 211 566 42 100 
(allgemein)
+49 211 566 42 160 (Info und Buchungen)
www.smkp.de
info@smkp.de

nach oben