Miró - eine Neuentdeckung

25. Juli 2015

Blick in die teilweise rekonstruierte Bibliothek von Joan Miró in der Ausstellung. Foto: AID/G. Müller

Über Mirós bewegtes Leben, das fast ein ganzes Jahrhundert umfasste (1893-1983) und seine Liebe zu Literatur und Musik wissen wir weniger. Die Ausstellung am Grabbeplatz will das ändern.

„Mein Großvater war ein sehr freundlicher, aber distanzierter Mensch, der ganz für seine Kunst lebte“, erinnert sich bei seinem Besuch in Düsseldorf der Enkel des Künstlers, Joan Punyet Miró. Joan Miró war aber nicht nur Maler, er war auch ein besessener Leser und liebte Literatur und Poesie. Gedrucktes spielte in seinem Leben eine große Rolle. Der Enkel erinnert sich daran, dass in der Bibliothek immer das Licht gedämpft und die Vorhänge zugezogen werden mussten, damit die Bücher keinen Schaden nahmen.

In Mírós Leben und in seiner Kunst spielen Buchstaben, Worte, Sätze, Texte eine große Rolle. Nicht selten tauchen sie in seinen Bildern auf. Und weit mehr: In der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern wie Paul Éluard oder Tristan Tzara entstanden gemeinsame Werke wie „À toute épreuve„ oder Parler seul“, in denen Wort und Bild eine Symbiose eingehen.

„Das ist für mich ein bisschen, wie nach Hause zu kommen“, scherzt Joan Punyet Miró beim Anblick der teilweise rekonstruierten Bibliothek seines Großvaters inmitten der Ausstellung. Hier findet sich die Lieblingslektüre des großen spanischen Surrealisten wieder. Aber auch seine Malerbücher, von denen in den späten 20erJahren nur 250 Stück als bibliophile Auflage entstanden.

Umfangreiche Leselisten ermöglichen einen Einblick in das, was Joan Miró gelesen hat. Zum Beispiel „tout Freud“, also alles von Freud. Aber nicht nur: Auch die Abenteuer von Fantomas faszinierten den Künstler.

Joan Punyet Miró erinnert sich an den sehr geregelten Arbeitsalltag seines Großvaters, der bestimmt war von Lesen, Musik hören, Skizzieren, Malen. Und an den Hocker seiner Großmutter Pilar. „Als Kind ermahnte mich mein Großvater immer, nicht damit zu spielen und nun freue ich mich, ihn in der Ausstellung wieder zu finden.“

Öffentliche Führungen:
Donnerstags 16.30-17.30 Uhr
Sonn- und Feiertags 15-16.00 Uhr.
Anmeldung beim Besucherservice erforderlich


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