99 SECONDS OF: SIMONE NIEWEG / Schloss Benrath

16. März 2016

Simone Nieweg, Le Barroux, Vaucluse, 2012, C-Print, 60 x 43 cm (84 x 66 cm), Courtesy Galerie m Bochum© Simone Nieweg

Simone Nieweg
Bäume, Licht, Wald
14. Februar bis 24. April 2016
Schloss Benrath

Geboren 1962 in Bielefeld, begann Simone Nieweg ihr Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, studierte in der Klasse von Bernd Becher und wurde 1989 seine Meisterschülerin. Das von Bernd und Hilla Becher gemeinsam entwickelte Projekt der Typologien beeinflusste Nieweg wie die meisten Vertreter der „Düsseldorfer Fotoschule“. Bildeten Fachwerkhäuser und Industriebauten wie Fördertürme, Hochöfen, Gasometer, Getreidesilos sowie Industrielandschaften als strenge Typologie bevorzugte Motive der Bechers, interessierte sich Simone Nieweg auf ähnliche Art und Weise für Hintergründiges wie Warensortimente, Hinterhöfe und schließlich Klein- bzw. Grabegärten sowie Nutzlandschaften. Seit einigen Jahren rückt sie Wald- und Baumszenen aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten in den Blick.

Simone Niewegs Fotografien würdigen Bäume als facettenreiches Motiv. Sie erscheinen als Solitär, bilden enge Gemeinschaften, die sich auf Waldlichtungen gruppieren, treten uns als wildes Dickicht oder domestizierte Nutzpflanze entgegen. Wie nicht nur die Weiden am Niederrhein zeigen, bestimmen Bäume maßgeblich unseren Eindruck von Landschaften.

Der Mannigfaltigkeit der Formen entspricht die Vielfalt der von Simone Nieweg in ihren Fotografien eingefangenen Perspektiven. In einigen Werken wählt sie enge Ausschnitte, in denen monumentale Baumkronen mit ihrer organisch-ornamental anmutenden Struktur aus Ästen, Zweigen und Blättern in den Blickpunkt gerückt werden. Bildausschnitt und Blickwinkel verführen den Betrachter, sich unmittelbar unter diesem feingliedrigen Dach zu wähnen.

Andere Bäume rahmen den Ausblick auf eine weitläufige Landschaft. Die Bäume dienen wie in der klassischen Malerei als so genannte Repoussoirs (Rückenfiguren), mit denen durch die Betonung von Vorder- und Hintergrund die Tiefenwirkung des Bildes intensiviert wird. Immer wieder gleitet der Blick in die Ferne und zurück zu den kleinsten Details der Gräser und Baumrinden im Vordergrund.

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