99 Seconds of: Schaf und Ru­der / Wool and Wa­ter - Kunsthalle Düsseldorf

14. November 2016

Reinhard Mucha Oderin, 1987 / Ohne Titel (MÄNNER FRAUEN), 1981 Privatsammlung Stuttgart © Reinhard Mucha / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 Foto: Katja Illner

Täg­lich schau­en wir mehr­fach in­ten­siv oder flüch­tig in Spie­gel und den­ken kaum noch über das Me­di­um und sei­ne fas­zi­nie­ren­den Ei­gen­schaf­ten und An­wen­dun­gen nach: sei­ten­ver­kehrt, ab­bil­dend, ima­gi­när, raum­bil­dend, re­flek­tie­rend, trans­pa­rent, nar­ziss­tisch, me­di­zi­nisch usw. „Ali­ce hin­ter den Spie­geln“ von Le­wis Car­roll aus dem Jah­re 1871 führt uns in das Wun­der­land, in die fas­zi­nie­ren­de, sur­rea­le Welt der Dopp­lun­gen und Spie­ge­lun­gen. Der Ti­tel der Aus­stel­lung ist dem fünf­ten Ka­pi­tel des Buchs ent­nom­men. Vor dem Hin­ter­grund des fik­tio­na­len, ima­gi­nä­ren Raums und ein­tre­tend in den rea­len Raum der Kunst­hal­le, er­öff­nen sich ver­schie­de­ne Fra­ge­stel­lun­gen, die mit un­se­rem Spie­gel­bild und sei­nen In­ter­pre­ta­tio­nen, letzt­lich dem Selbst und ei­nem Ich-Be­wusst­sein zu tun ha­ben. Die Fas­zi­na­ti­on des Selbst im vir­tu­el­len Bild­raum des Spie­gels bil­det Span­nungs­zu­stän­de des Sub­jekts und sei­nes Um­raums ab. Aus­ge­hend von der Gat­tung der Skulp­tur und de­ren kon­kre­ten Ma­te­ria­li­en spie­geln sich in den Ar­bei­ten der Aus­stel­lung Ver­hält­nis­se des In­di­vi­du­ums zur Welt und er­lau­ben greif­ba­re In­ter­pre­ta­tio­nen.
Die Aus­stel­lung ist ei­ne räum­li­che Ver­suchsa­n­ord­nung viel­schich­ti­ger Dar­stel­lungs­ebe­nen und re­flek­tiert ver­schie­de­ne As­pek­te der Raum- und Bild­be­zie­hung, von mul­ti­plen Per­spek­ti­ven, von Ur- und Ab­bil­dern. Sie möch­te Fra­gen da­nach stel­len, was Kunst, Werk, Ar­beit, Welt, das Ich und des­sen Wi­der­spie­ge­lung als Er­kennt­nis­mo­del­le sein kön­nen. In der Ver­dopp­lung der Welt hin­ter dem Spie­gel er­öff­net sich pa­ra­do­xer­wei­se ein kon­kre­ter Re­fe­renz­rah­men für un­se­re Fra­gen an das Rea­le und mög­li­che For­men von Wirk­lich­keit, die zwi­schen den Din­gen liegt. Ne­ben der ge­ne­rel­len Fra­ge nach Sinn­lich­keit und Äs­the­tik steht in der Aus­stel­lung so­mit ein Aus­lo­ten von Er­kennt­nis, Wer­ten und Kor­re­la­tio­nen zen­tral als Fra­ge und Ant­wort im Raum.

Video: Ralph Goertz
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