Jef Verheyen and Friends

11. September 2010 - 16. Januar 2011 / Langen Foundation

Im Rahmen der Düsseldorf Quadriennale 2010 zeigt die Langen Foundation in Kooperation mit der ZERO Foundation eine Ausstellung des bedeutendsten belgischen ZERO Künstlers Jef Verheyen (1932-1984). Das Œuvre des leider früh verstorbenen Malers ist bekannt durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Phänomenen Licht und Farbe. Sein Werk wird im Kontext von Arbeiten seiner Freunde und als Teil des Projekts „Light in Darkness“ im Zollhof des Düsseldorfer Medienhafens zu sehen sein. Unterstützt wird das ambitionierte Vorhaben von Günther Uecker, einer der Schlüsselfiguren der ZERO Bewegung, Léonore Verheyen, der Tochter des Künstlers sowie der Vervoordt Foundation, die ihre Archive und ihre aktive Mithilfe zur Verfügung stellen.

Die Langen Foundation in Neuss widmet Jef Verheyen, einem der bedeutendsten flämischen Künstler des 20. Jahrhunderts, eine Ausstellung. Der Ausgangspunkt der Ausstellung ist zweigeteilt: Seine guten Verbindungen zu Düsseldorf und Deutschland einerseits sowie seine freundschaftlichen wie auch inspirierenden Kontakte mit Lucio Fontana, Piero Manzoni, Günther Uecker, Hermann Goepfert, Yves Klein und anderen ZERO Künstlern andererseits. Verheyens künstlerisches Werk wird zusammen mit wichtigen Arbeiten dieser ZERO Freunde wie auch Künstlern gezeigt, die im künstlerischen und intellektuellen Austausch mit ihm standen. Zudem werden auch Werke präsentiert, die er gemeinsam mit seinen Freunden schuf – etwa mit Lucio Fontana, Hermann Goepfert oder Günther Uecker. In Erinnerung an eine gemeinsame künstlerische Aktion aus dem Jahr 1967 wird Uecker eines der frühesten Landart-Projekte mit dem Titel Flämische Landschaft schaffen.

Verheyens Werk zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Phänomenen Licht, Farbe und Landschaft aus. Seine Bilder wirken wie unendliche Farbkontinuen, die den Betrachter in einer Reinheit gegenüber treten, welche in ihrer Bedeutung und Empfindung einzigartig sind. Die ästhetische Wirkung ruft ein tiefes Gefühl von Einsamkeit hervor, während sie zur gleichen Zeit die subjektive Fähigkeit stärkt, sich mit dem eigenen Wesen aufs Intensivste zu verbinden.

Der vielseitig interessierte und philosophisch belesene Jef Verheyen betrachtete das Sehen als eine Erfahrung, die nicht nur auf einen Sinn beschränkt ist: »Sehen, das ist Fühlen mit den Augen. « Der ganze Mensch ist angesprochen und kann in einer offenen Haltung gegenüber Kunst und Natur Erfahrungen machen, die ihn mannigfaltig bereichern. Treffend beschreibt ihn sein langjähriger Freund Günther Uecker: »Jef war in allem, was er tat, entflammt, und so brachte er auch die Farbe zum Leuchten. « Wie einflussreich Verheyen für die ZERO Bewegung und ihre Schlüsselfiguren war, wird durch die klare Aussage von Lucio Fontana deutlich: „Er ist wie ein Vater für mich“.

Zu den renommierten Leihgebern der Ausstellung zählen etwa die Sammlung Lenz Schönberg, die Rira Sammlung in Köln, die Stiftung museum kunst palast in Düsseldorf und die Hubertus Schoeller Stiftung in Düren. Ein signifikanter Teil der Gemälde kommt von der Vervoordt Foundation. Die Beziehung und der Austausch zwischen Jef Verheyen und Axel Vervoordt war für die Entwicklung des jungen Vervoordts in Bezug auf seine Leidenschaft zur Kunst und der Schärfung seines Blickes und Verständnis entscheidend. Seit fast vier Jahrzehnten sammelt Axel Vervoordt sowohl die Werke von Verheyen als auch die anderer ZERO Künstler. Im Lauf der Zeit wurde er zu einem eifrigen und leidenschaftlichen Sammler, der daran beteiligt war, eine internationale Plattform für Verheyens Werk zu schaffen.

Die Ausstellung ist eine der Ersten in Deutschland, die von der ZERO foundation initiiert und organisiert wird. Kurator ist Dirk Pörschmann. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog in Deutsch und Englisch mit Beiträgen von Tiziana Caianiello, Beate Kemfert, Johan Pas, Dirk Pörschmann, Francesca Pola und Jenny Trautwein sowie Interviews mit Claire Bataille und David Ibens (Architekten), Gerhard Lenz (Kunstsammler und Mäzen), Dominique Stroobant (Steinbildhauer), Axel Vervoordt, Nanda Vigo (Künstlerin, Designerin, Architektin). Erscheinen wird der Katalog zur Ausstellungseröffnung im Verlag ASA Publishers Brüssel.

Offizielle Eröffnung: Sonntag, 19. September 2010 von 12.00 – 17.00 Uhr.

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