Women on Street, The Fun Archive, Perfect Storm, On Photography: vier Ausstellungen im NRW-Forum als großer Auftakt zum Duesseldorf Photo Weekend

03. Februar 2017

© Peter Lindbergh, Paris

Das Duesseldorf Photo Weekend findet vom 3.-5.2.2017 in der 6. Edition statt und schlägt hohe Wellen. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der beteiligten Galerien, Institutionen, Off-Räume und Museen. Die Fotokunst hat seine eigene, ganz besonders sympathische Plattform in Düsseldorf bekommen, die immer weiter an Beliebtheit gewinnt.

Auch dieses Jahr findet der Auftakt zum Photo Weekend im NRW-Forum statt. Und auch dieses Jahr kann das Museum mit zwei großen Namen locken. Die Ausstellung „Women on Street“ kombiniert die Werke der beiden Fotografen Peter Lindbergh und Garry Winogrand. So entstand auch der Name der Ausstellung aus dem Zusammenschluss von Werkreihen beider Ikonen. Aus Lindberghs Werkreihe „On Street“ und Winogrands „Women are Beautiful“ entstand „Women on Street“.

Zwei große Namen der Fotografie treffen in einer Ausstellung zusammen, werden nicht getrennt betrachtet, sondern einander gegenübergestellt. Ihre Fotos hängen nebeneinander an den Wänden des Forums als gehörten sie zu einem einzigen Künstler. Und beide zeigen eindrucksvoll: Frauen sind schön und Frauen auf Straßen erst recht, so einfach kann es manchmal sein.

Die schwarz-weiß Fotos der Modefotografie-Koryphäe Lindbergh wurden von ihm perfekt uninszeniert inszeniert: Er arbeitete hier mit Models, gab als Anweisung allerdings nur, dass sie sich ganz normal durch die Straßen bewegen sollen. Außerdem fotografierte er die Models oftmals, wenn etwas ihr Gesicht verdeckte. Dies bringt eine Spontanität in die Bilder, die sich von gestellter Modefotografie wegbewegt.

Besonders an der Ausstellung sind außerdem die vielen Farbfotografien von Winogrand, die in den Jahren 1958 – 64 entstanden. Neben seiner schwarz-weiß Fotografie werden zum ersten Mal auch diese seltenen Farbarbeiten ausgestellt.

Kuratiert wird die Ausstellung von Ralph Goertz, der für das IKS – Institut für Kunstdokumentation regelmäßig Ausstellungen filmt und in Szene setzt. Außerdem kurierte er bereits vorher zwei Ausstellungen im NRW-Forum.

Doch nicht nur diese Ausstellung lockt die Museumsbesucher in den Ehrenhof 2 am Rheinufer. Im linken Flügel des Forums wird Thomas Mailaenders erste große Retrospektive in Deutschland gezeigt. In „The Fun Archive“ setzt sich der französische Künstler mit der heutigen Netzkultur auseinander. Er setzt Memes, Trash und jegliche Art von Amateurfotografie in eine neue Form und verbindet sie mit Kunst. Dieses „Upcycling“ der Netzfundstücke, die Mailaender seit vielen Jahren sammelt, findet auf Tapeten, Lampen, Keramik, Bildern etc. statt und wird so aus ihrer schnelllebigen Umgebung des Internets genommen und zeitüberdauernd platziert.

Neben der begehbaren Rauminstallation „Fun Archive Headquarter“ können sich die Besucher auch das „Fish Museum“ anschauen. In den vier Aquarien leben Fische mit Kunst zusammen. Es ist Mailaenders ironischer Kommentar zur Kunst, aber auch zum heutigen Mediensystem. Ebenso möchte er herausfinden, ob Kunst das Verhalten von Tieren beeinflusst. Wir dürfen also auf das Resultat am Ende der Ausstellung gespannt sein.

Auch im oberen Stockwerk sind bis Mitte März zwei Ausstellungen zu sehen. „Perfect Storm“ vereint die Arbeiten verschiedener Künstler der Portfolio Review aus 5 Jahren. Sie werden alle zum ersten Mal in Düsseldorf ausgestellt. Diese zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Fotografien produziert, benutzt aber auch manipuliert werden. Die Positionen reagieren auf die heutige Visualität, die die Welt mit Geschichten und Technik durchzieht. Dabei gehen sie der Frage nach, wie sich diese auf die menschliche Identität, auf unser Gedächtnis und sogar unser soziales Verhalten auswirken kann und gleichsam so viel Schönes hervorbringt.

Ebenfalls im oberen Stockwerk werden vier Videoinstallationen als Ausstellung der Stiftung imai präsentiert. Die Positionen bei „On Photography“ beziehen sich auf Fotografie, Fotografen, bestehen aus aneinandergereihten Fotos oder wirken gar wie ein solches. In dem Werk „Black Rain White Scars“ von Lukas Marxt z.B. sieht der Besucher eine Aufnahme von Hong Kong, die wie ein Foto aussieht. Bei längerer Betrachtung allerdings ist eine langsame Veränderung über der Stadt erkennbar, es nähert sich allmählich eine Gewitterfront. Fotokunst kann also auch in Videos bedacht werden und die Genres überlappen sich immer wieder.

Alle vier Ausstellungen bilden den Auftakt zum diesjährigen Duesseldorf Photo Weekend. Dieses Jahr sind über 70 Galerien, Institutionen, Off-Räume und Museen beteiligt. Seit 2012 – dem Jahr des ersten Duesseldorf Photo Weekend – hat sich die Zahl der Aussteller damit mehr als verdreifacht und auch die Besucherzahlen steigen kontinuierlich an. Aufgrund dieser Beliebtheit kommen zum ersten Mal ein Shuttle Service sowieeine historische Bahn zum Einsatz, die die Besucher einfacher und schneller zu den verschiedenen Stationen bringen.

Viel Spaß!!!

Mehr Informationen zum DPW17 findet ihr unter:
Duesseldorf Photo Weekend

Und in unserem Magazinbeitrag:
Duesseldorf Photo Weekend 2017


Adresse & Kontakt

NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
Tel: +49 211 8926690
Fax: +49 211 8926682
info@nrw-forum.de
www.nrw-forum.de

nach oben