Achenbachs Heimkehr nach Düsseldorf

07. Juli 2017

Andreas Achenbach: Kalabrische Küste – Scilla, 1861, Öl/Leinwand, Privatsammlung

Er war in seinem Leben bestimmt vieles: Ausnahmetalent, Wunderknabe, Umgetriebener, Vielreisender, Revoluzzer und angesehenes Mitglied seiner Gesellschaft. Aber vor allem war er ein wacher Geist, der stets seine eigenen Wege ging.

Andreas Achenbach ist einer der Väter der Düsseldorfer Malerschule neben Schirmer, Cornelius, Schadow und seinem Bruder Oswald Achenbach. Und jeder der ihn kennt, denkt zuerst an Landschaften als Sujet, genauer gesagt an Bilder, in denen das Wasser und Meer eine bedeutende Rolle spielen.

Auch die Düsseldorfer Ausstellung zeigt sie, die berühmten Strand- und Küstenszenen, in denen die Gischt so eindrucksvoll braust, in denen winzige Boote mit dem gewaltigen Meer kämpfen. Und unter den insgesamt 130 Exponaten sind auch die nordischen Landschaften mit den Wasserfällen, die der Maler in Norwegen und Dänemark auf Reisen kennen lernte.

Aber das ist eben nicht alles: Die Ausstellung im Museum Kunstpalast widmet sich bewusst nicht nur den Landschaften, sondern auch dem Menschen und dem Karikaturisten Achenbach in Skizzen und Druckgrafiken. Wobei das Satirische, das Bissige, das Respektlose gegenüber der Obrigkeit wohl schon in jungen Jahren den Künstler auszeichnete. Als Schüler der Düsseldorfer Kunstakademie wurde schon sein Talent gelobt, aber sein häufiges Fernbleiben bemängelt. Und später, in der Landschaftsklasse von Johann Wilhelm Schirmer, wurde seine Anlage als „sehr bedeutend“ geschätzt, sein Betragen aber getadelt.

Solche Anekdoten finden sich auch im Katalog, im Essay von Wolfgang Peiffer wieder, dem in großen Teilen diese Ausstellung zu verdanken ist. Denn Gemälde, Zeichnungen, Briefe und Dokumente stammen aus der privaten Sammlung Peiffers.

Achenbachs Unabhängigkeit im Denken und seine Unerschrockenheit zeigt sich spätestens in den Karikaturen, die in ihrer Bissigkeit kaum zu überbieten sind und deren Spott niemanden verschont – nicht den Redakteur, der seine vorgefasste Meinung abschreibt, nicht die Künstlerkollegen, nicht die Obrigkeit. Beeindruckendes Beispiel ist die Lithografie „Vergessen – die erfrorene Schildwache“ aus den Düsseldorfer Monatsheften 1847/1848.

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, etwa Kuratorenführungen mit Dr. Bettina Baumgärtel am 10.8. und 20.9. Außerdem Vorträge von Wolfgang Peiffer „Mein Achenbach – vor einem Lieblingsbild“ am 20.7. und am 24.8. mit Prof. Dr. Matthias Winzen, Museum LA8, Baden-Baden.


Adresse & Kontakt

Stiftung Museum Kunstpalast

Ehrenhof 4-5

40479 Düsseldorf
Tel: +49 211 566 42 100 
(allgemein)
+49 211 566 42 160 (Info und Buchungen)
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