Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf
Der Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf ist eine Auszeichnung, die an eine Bildende Künstlerin oder einen Bildenden Künstler verliehen wird. Das Werk muss richtungsweisend für die Entwicklung der Gegenwartskunst sein.
Der Kunstpreis wurde erstmals 2006 anlässlich der 1. Düsseldorfer Quadriennale überreicht. Er ist mit 55.000 Euro dotiert und zählt damit zu den wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland.
Die hochkarätige Jury besteht aus acht ständigen Mitgliedern – kommunale Vertreter und Museumsverantwortliche der Stadt Düsseldorf – sowie vier wechselnden externen Expertinnen und Experten.
2010 Thomas Schütte
Der Bildhauer Thomas Schütte wurde 1954 in Oldenburg geboren und studierte von 1973 bis 1981 bei Gerhard Richter und Fritz Schwegler an der Kunstakademie Düsseldorf. In der Begründung der Jury heißt es: „Thomas Schütte gehört seit den 1980er-Jahren zu den einflussreichsten und richtungsweisenden Künstlern seiner Generation. Sein Werk umfasst Skulptur, Zeichnung, Aquarell, Radierung, Fotografie, Keramik, Installation und Architektur. In all diesen Medien entwickelt er immer wieder neue Modelle im Umgang mit Skulptur und Bild im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion. In seinem komplexen Œuvre interpretiert er formal traditionelle Kunstgenres neu. Inhaltlich erscheinen seine Arbeiten existentiell widersprüchlich: Sie pendeln zwischen einer vordergründigen Harmlosigkeit und einer hintergründigen Monstrosität, sie können erzählerisch, humorvoll, ästhetisch ansprechend, aber auch gesellschaftskritisch oder ironisch sein. Schüttes Installationen und Ausstellungsinszenierungen können als Bühnen für ein absurdes Welttheater verstanden werden.”
Ein Video-Porträt zu Thomas Schütte finden Sie hier
2008 Rosemarie Trockel
Rosemarie Trockel wurde 1952 im westfälischen Schwerte geboren. Von 1974 bis 1978 studierte sie Malerei an der Werkkunstschule in Köln. Seit Ende der 1970er-Jahre hat sich Trockel auf vielen Feldern der Kunst betätigt. Dazu gehören Zeichnung, Skulptur, Installation, Fotografie, Druck und Videoarbeiten. Die Jury hob die Vielseitigkeit und radikale Experimentierfreude hervor, die das Werk von Rosemarie Trockel auszeichnet. „Ihre Arbeit, die sich in keine Kategorie einordnen lässt, ist richtungsweisend und Orientierung für jüngere Generationen. Dem spielerischen Oszillieren zwischen den Medien Zeichnung, Skulptur, Video entspricht das freie Vagabundieren der künstlerischen Bedeutungen, angeregt durch ihre Beschäftigung mit Anthropologie, Soziologie und Mathematik. Der Preis gilt einer auch politisch engagierten Künstlerin, die bereits früh internationale Anerkennung erfahren hat, was sich durch eine große Anzahl von Ausstellungen in wichtigen Kunstinstitutionen weltweit manifestiert.”
2007 Marlene Dumas
Die Malerin Marlene Dumas wurde 1953 in Südafrika geboren und lebt heute in Amsterdam. Sie zählt zu den wichtigsten, weltweit renommierten Künstlerinnen, die in den letzten 20 Jahren wesentliche Impulse im internationalen Kunstgeschehen gesetzt haben. Die Begründung der Jury: „Die Künstlerin Marlene Dumas reflektiert beispielhaft die in den Medien kolportierten Bilder und übersetzt sie in eine eigene Formensprache, die eine diskursive und kritische Annäherung ermöglicht. Zu ihren maßgeblichen Themen zählen die Klischees der Frau als Figur und Modell in der Gesellschaft, deren Vereinnahmungen in der öffentlichen wie auch der privaten Sphäre, zudem unterschiedliche soziale Verhaltensnormen und das Ausgesetztsein des Körpers. Mit diesem Themenspektrum hat Dumas in ihrem bisherigen Werk die Malerei entschieden weitergeführt und stellt ihre Arbeit in einen politisch konnotierten Rahmen.”
2006 Bruce Naumann
Der amerikanische Konzeptkünstler Bruce Nauman (*1941) studierte parallel zu seinem Kunststudium Mathematik und Physik. Seine Arbeiten beschäftigen sich vorwiegend mit Fragen der menschlichen Sinneswahrnehmung. Die Begründung der Jury zur Auszeichnung des Künstlers: „Ausgangspunkt für Naumans Kunst ist von Anfang an die Frage nach Möglichkeiten, Wirkungen und Funktionen der Kunst. Die Suche nach einer Neubestimmung führt den Künstler seit den 1960er-Jahren zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit der Identität des Künstlers. Bruce Nauman hat auf Generationen von Künstlern seit den 1970er-Jahren nicht nur anregend, sondern auch herausfordernd gewirkt.“