Candida Höfer gehört mit Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth zur ersten Generation von Bernd und Hilla Bechers Fotoklasse an der Kunstakademie. Ihre Arbeiten sind geprägt von kühler Sachlichkeit, präzisem Erfassen von Details und vor allem auch einem ausgeprägtem Interesse an Strukturen und Ordnungen im öffentlichen Raum.
Seit ihrer Zeit an der Düsseldorfer Akademie findet die berühmte Fotografin Candida Höfer immer wieder Motive in Düsseldorf.
Im Februar 2014 zeigt das Museum Kunstpalast ab Herbst 2013 eine als Retrospektive angelegte Ausstellung, die sich erstmals auf Werke konzentriert, die während eines Zeitraums von etwa vier Jahrzehnten in Düsseldorf entstanden sind.
Die Entwicklung der Fotografin wird in der Ausstellung genauso anschaulich wie die der Stadt. Besonders interessant sind die seltenen Momente, in denen die Künstlerin oft Jahre später an den gleichen Ort zurückkehrt und ein Motiv abermals aufgreift, doch mittlerweile mit einem veränderten Blick. Für die etwa 100 Werke umfassende Schau entstehen neue Arbeiten, viele der älteren Fotos wurden noch nie öffentlich gezeigt.
Die Ausstellung Alexander Calder – Avantgarde in Bewegung macht erstmals die Universalität im Denken dieses Künstlers deutlich: Das Werk Calders, der zu den bedeutendsten amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt, wird eingebettet in die künstlerische Avantgarde Europas. Gezeigt wird bei der Übersicht im K20 am Grabbeplatz eine eindrucksvolle Auswahl von rund 70 Werken aus internationalen Museen und Sammlungen. Calders poetische Mobiles und Stabiles kommen dabei monumental zur Geltung.
Durch eine großzügige Schenkung von Willi Kemp erhält die Graphische Sammlung dieses Jahr 1000 Blatt Druckgraphik, die das Ehepaar Kemp in nahezu 60 Jahren zusammengetragen hat.
Einen ersten Einblick in diese großartige und facettenreiche Sammlung bietet eine Auswahl unter dem Motto „farbenfroh“. Alle Blätter, ob gegenständlich oder abstrakt, verbindet ihre intensive Farbigkeit. Die meisten Werke sind in den Fünfziger und Sechziger Jahren entstanden und sie scheinen die Tristesse der Nachkriegszeit mit leuchtenden Farben und klaren Formen vertreiben zu wollen. Mit ihren frischen, der Welt zugewandten Farben verbreiten die Werke Aufbruchsstimmung und Optimismus.
Die Freude und die Heiterkeit, die sich beim Betrachten der rauschenden Farben einstellen, stehen stellvertretend für den Genuss, den Willi Kemp dem Museum Kunstpalast mit seinen zahlreichen sorgfältig ausgesuchten Blättern bereitet.
Die Kunsthalle Düsseldorf plant ein großes Ausstellungsprojekt zum Kapitalistischen Realismus. Gerhard Richter, Konrad Lueg, Sigmar Polke und Manfred Kuttner prägten diesen Begriff anlässlich ihrer selbst organisierten Ausstellung in der Kaiserstraße 31a in Düsseldorf Anfang 1963. Obwohl sie selbst ihn nur kurze Zeit verwendeten und sich von der Wahrnehmung als Künstlergruppe schnell distanzierten, repräsentiert der Kapitalistische Realismus eine spezifische Kunstauffassung der westdeutschen Nachkriegszeit und wird bis heute kontrovers diskutiert. Anlass der Schau ist nicht nur das 50-jährige Jubiläum der Entstehung des Begriffs im Jahr 2013, sondern vor allem die Tatsache, dass diesem wichtigen Phänomen bislang noch kein umfassendes Ausstellungsprojekt gewidmet wurde. Die Kunsthalle wird die zentralen Ausstellungen und Aktionen dokumentieren, darunter vor allem die Aktion Leben mit Pop – Demonstration für den Kapitalistischen Realismus, die Gerhard Richter und Konrad Lueg 1963 im Möbelhaus Berges in Düsseldorf veranstalteten. Ein zweiter Teil wird sich mit der Wirkung befassen. René Block, den die Möglichkeiten einer neuen künstlerischen Auseinandersetzung mit der Realität faszinierten, übernahm mit Gründung seiner ersten Galerie in Berlin 1964 den Begriff als ein leitmotivisches Schlagwort für seine Galeriearbeit und politisierte ihn damit auch vor dem Hintergrund der deutschen Teilung. Ihm und der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ wird sich die Ausstellung ebenfalls widmen.
Die Computer-generierten Arbeiten der Amerikanerin Brenna Murphy (Jg. 1986) erinnern an
die psychedelischen Motive der Hippie-Ära. Häufig nur online ansehbar, orientiert sie sich an
der traditionellen Folk Art sowie ihrer naturalistisch-spirituellen Ansätze, die sie durch ihre
experimentelle Auslotung der digitalen Möglichkeiten in die jetzige Zeit übersetzt. Die
scheinbar unendlichen Weiten, der konstant verbesserten Grafikprogramme und der sich
dadurch ergebene, stetig erweiternde künstlerische Spielraum, ist für Murphy hierbei von
nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Der argentinische Künstler Tomás Saraceno entwickelt für das Kuppelgeschoss des K21 Ständehaus eine raumfüllende, begehbare Installation. „In den Umlaufbahnen“ nennt Saraceno sein Netz aus Stahlseilen, das Museumsbesucher vom 22. Juni bis 7. September kletternd oder kriechend erleben können. Es ist die bislang wohl größte und technisch komplexeste Arbeit des Künstlers.
Seit 50 Jahren vergibt das Land Nordrhein-Westfalen alle zwei Jahre Preise für Kunsthandwerker, die in verschiedenen Gewerken tätig sind. Neben Goldschmiede, Holz-, Textil- und Keramikarbeiten kamen von Beginn an auch Glasarbeiten in die Auswahl. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Glaskünstlern, die den Staatspreis für das Kunsthandwerk in Nordrhein-Westfalen erhalten haben: Peter Schmitz, Fritz H. Lauten, Hans Peter Kremer, Renato Santarossa, Mathias Klering, Klaus Geller, Wolfgang Klee, Oswald Krause-Rischard, Thomas Klein, Dorothee Beckersjürgen, Helga Reay-Young, Georg Linden, Lothar Göbel, Gerd Kruft, Uta Majmudar, Thomas Lemke, Klaus Hilsbecher, Michael Behrens, Wilfried Grootens.
Bel Etage
Nach langer Abwesenheit in den Ausstellungsräumen widmet sich die Kunstsammlung ab Sommer wieder einem Teil der umfangreichen Julius Bissier (1893 – 1965) Bestände. Der Schwerpunkt wird dabei auf Bissiers geometrisch-abstraktem Werk liegen. Die bislang noch nie gezeigten Leinwandarbeiten aus den frühen 1950er Jahren beleuchten eine mitunter wenig bekannte Seite
des Künstlers.