Aus der Klasse Prof. Katharina Fritsch.
Landschaftsdarstellungen deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandten sich viele Künstler gegen festgeschriebene akademische Regeln und suchten in der damals noch wenig theoretisierten Gattung Landschaft nach individuellen Ausdrucksmöglichkeiten. Landschaftsdarstellungen sind häufig „Spiegel der Seele“, d.h. Projektionsfläche der Sehnsüchte und zugleich Experimentierfeld der Könnerschaft. Mit etwa 6000 Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts besitzt die Graphische Sammlung des Museum Kunstpalast einen reichen Fundus, aus dem geschöpft werden konnte. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 65 Zeichnungen und Aquarellen der herausragenden Vertreter der Epoche, unter ihnenCarl Blechen, Caspar David Friedrich und Adolph von Menzel. Alle damals wichtigen deutschen Kunstzentren wie München, Berlin, Dresden und Düsseldorf sind mit Beispielen vertreten.
Für die Ausstellung in der Bel Etage des K21 befasst sich Susan Philipsz mit den Grenzbreichen von Klang, Malerei und Architektur. Im Fokus ihrer Installation werden dabei die historischen, räumlichen sowie ästhetischen Kontexte von Ständehaus und Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen stehen. Mit dem Werk Julius Bissiers wird in dieser Auseinandersetzung ein besonderer Komplex der Sammlung ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.
Durch die vielschichtige Bezugnahme auf ihren jeweiligen Ort gelingt es den Arbeiten Susan Philipsz’ immer wieder eindrucksvoll, dem Betrachter eine vollkommen andere Wahrnehmung der ihn umgebenden Räume zu ermöglichen. 2010 wurde die in Glasgow geborene Künstlerin mit dem prestigeträchtigen Turner-Preis ausgezeichnet, in diesem Jahr war sie mit einem eindrucksvollen Beitrag bei der documeta 13 beteiligt.
Vom riskanten Geschäft der Kunst
‚Kritikalität’, d. h. das (gesellschafts-)kritische Wirkungspotenzial, das der Kunst
zugeschrieben wird und aus ihr tatsächlich erwachsen kann, ist zu einem ihrer
erfolgreichsten Verkaufsargumente geworden. Wie es zu dieser Situation kommen konnte,
ist die Fragestellung, der sich die thematische Gruppenausstellung widmen
will. Anhand ausgewählter Arbeiten stellt die Schau eine historische Perspektive her, die
nachvollzieht, warum es gerade der Charakter der Kunst als Ware ist, der einerseits
Grundlage ihrer gesellschaftlichen Wirksamkeit bot – und der uns andererseits immer
wieder dazu zwingt, den Wert der Kunst entsprechend neu zu definieren, wenn sie über den
bloßen Warenwert hinaus auch symbolisch wirkungsmächtig bleiben will.
Der 1983 geborene, in Lublin, Polen, lebende Künstler Mariusz Tarkawian ist ein besessener, dabei konzeptionell vorgehender Zeichner. Seit einigen Jahren arbeitet er sich in unendlich vielen, meist postkartengroßen Zeichnungen durch die Kunstgeschichte und die Vielfalt der zeitgenössischen Kunstszene. Es handelt sich um einen Prozess der Aneignung, aber auch der Kommentierung. Aus Anlass des hundertsten Geburtstags unseres Hauses wird Mariusz Tarkawian für einige Tage nach Düsseldorf eingeladen, sich zeichnend mit der Sammlung des Museum Kunstpalast und der Präsentation von deren Werken auseinandersetzen wird. Das Resultat dieser Aufenthalts wird in einer kleine Spot on-Ausstellung in einem Kabinett als von ihm kuratierte Zeichnungsinstallation präsentiert.“
Eine Werkpräsentation in 15 Museen und eine Online Ausstellung
Der Galerist Alfred Flechtheim (1878–1937) gehört zu den bedeutenden und einflussreichen Figuren der Kunstszene im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich für den rheinischen Expressionismus und den französischen Kubismus ein und förderte bedeutende Künstlerpersönlichkeiten wie beispielsweise Max Beckmann, George Grosz und Paul Klee. Die massiven antisemitischen Attacken gegen ihn und seine Künstler deutete er bereits 1933 unfehlbar: Er verließ Deutschland.
Bis heute haben Alfred Flechtheims kunsthändlerische Aktivitäten in zahlreichen deutschen Museen ihr Spuren hinterlassen: Er hat die Sammlungen der Moderne aktiv mit geprägt. Es ist das Ziel dieses Forschungsprojektes, seine Spuren zu verfolgen, sie anschaulich in den Museen zu vermitteln und die Ergebnisse zugleich auf einer Plattform im Internet international zugänglich zu machen. Auf diese Weise werden Mechanismen des Kunsthandels und Sammlungsstrategien der Institutionen aufgedeckt.
Insgesamt beteiligen sich an dem Projekt 15 renommierte Museen und leisten damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Provenienzforschung: Kunstmuseum Bonn, Kunsthalle Bremen, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund, Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf, Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Städel Museum, Frankfurt, Hamburger Kunsthalle, Sprengel Museum Hannover, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Museen der Stadt Köln, Museum der bildenden Künste, Leipzig, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster, Staatsgalerie Stuttgart, Museum Rietberg, Zürich
The Impossible Union, 2011
Der marokkanische Künstler mounir fatmi nutzt in seinen bildnerischen Arbeiten immer wieder arabische Kalligraphie bzw. Schriftzeichen, die sowohl eine ästhetische als auch eine semantische Ebene beinhalten. Für die Skulptur verwendet er eine alte hebräische Schreibmaschine, die statt eines getippten Schriftsatzes auf Papier, metallene arabische Letter erscheinen lässt. Mit dieser subtilen Verbindung von ‚sprachlichen Versatz-stücken‘ verweist er auf das viel-schichtige Beziehungsgeflecht zwischen Judentum und arabischer Welt sowie auf das gesellschaftlich-kulturelle und politische Verhältnis von jüdischer und islamischer Kultur und Religion.
Die Düsseldorfer Künstlerin – geb. 1960, Meisterschülerin bei Gerhard Richter an der Akademie – arbeitet mit verspiegelten Glasobjekten. Die Ausstellung kann auch Zeichnungen und keramische Arbeiten umfassen. Es werden ca. 10 Objekte zu sehen sein.
Im Zusammenhang mit der Präsentation eines neuen Videos des jungen Künstlers Christian Keinstar (*1975) werden diesem zwei amerikanische Werke aus der Sammlung gegenübergestellt: von Richard Serra (*1939) House of Cards (1969/81) und das unbetitelte Bleirelief von Robert Morris (*1931) von 1964. Christian Keinstar rührt in seinem Video mit der Hand (im Arbeitshandschuh) im flüssigen Blei, Morris Arbeit ist aus Blei und zeigt einen Arbeitshandschuh, Serras Arbeit war in der Urfassung aus Blei. Zudem werden aus dem Bestand des AFORK (Archiv der künstlerischen Fotografie der rheinischen Kunstszene) noch ein paar Aufnahmen gezeigt, die Benjamin Katz im Jahr 1981 bei der Ausstellung „Westkunst“ gemacht hat, für die Richard Serra seine Arbeit Splashing Lead aus den 1960er Jahren wiederholt hat.
In Zusammenarbeit mit der Kuratorin Natalia Gershevskaya zeigt das KIT eine Ausstellung von Studierenden und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf sowie zwei Künstlern aus St. Petersburg, die Neuinterpretationen von klassischen Themen der Kunst- und Filmkunstgeschichte präsentieren.
Teilnehmende Künstler/innen: Sabine Dusend, Henning Fehr und Philipp Rühr, Anna und Aleksey Gan, Adam Harrison, Friederike Haug, Hannah Hummel, Ae-Ran Kim, Kevin Pawel Matweew, Ruben Benjamin Smulczynski, Angelika Trojnarski
Mit Sabine Dusend, Henning Fehr, Adam Harrison, Friederike Haug, Hannah Hummel, Ae-Ran Kim, Phillip Rühr, Ruben Benjamin Smulczynski, Angelika Trojnarski
In Zusammenarbeit mit der Kuratorin Natalia Gershevskaya zeigt KIT eine Ausstellung von Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf, die Neuinterpretationen von klassischen Themen der Kunst- und Filmkunstgeschichte präsentieren.
Candida Höfer gehört mit Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth zur ersten Generation von Bernd und Hilla Bechers Fotoklasse an der Kunstakademie. Ihre Arbeiten sind geprägt von kühler Sachlichkeit, präzisem Erfassen von Details und vor allem auch einem ausgeprägtem Interesse an Strukturen und Ordnungen im öffentlichen Raum.
Seit ihrer Zeit an der Düsseldorfer Akademie findet die berühmte Fotografin Candida Höfer immer wieder Motive in Düsseldorf.
Im Februar 2014 zeigt das Museum Kunstpalast ab Herbst 2013 eine als Retrospektive angelegte Ausstellung, die sich erstmals auf Werke konzentriert, die während eines Zeitraums von etwa vier Jahrzehnten in Düsseldorf entstanden sind.
Die Entwicklung der Fotografin wird in der Ausstellung genauso anschaulich wie die der Stadt. Besonders interessant sind die seltenen Momente, in denen die Künstlerin oft Jahre später an den gleichen Ort zurückkehrt und ein Motiv abermals aufgreift, doch mittlerweile mit einem veränderten Blick. Für die etwa 100 Werke umfassende Schau entstehen neue Arbeiten, viele der älteren Fotos wurden noch nie öffentlich gezeigt.
Die Ausstellung Alexander Calder – Avantgarde in Bewegung macht erstmals die Universalität im Denken dieses Künstlers deutlich: Das Werk Calders, der zu den bedeutendsten amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt, wird eingebettet in die künstlerische Avantgarde Europas. Gezeigt wird bei der Übersicht im K20 am Grabbeplatz eine eindrucksvolle Auswahl von rund 70 Werken aus internationalen Museen und Sammlungen. Calders poetische Mobiles und Stabiles kommen dabei monumental zur Geltung.
Der argentinische Künstler Tomás Saraceno entwickelt für das Kuppelgeschoss des K21 Ständehaus eine raumfüllende, begehbare Installation. „In den Umlaufbahnen“ nennt Saraceno sein Netz aus Stahlseilen, das Museumsbesucher vom 22. Juni bis 7. September kletternd oder kriechend erleben können. Es ist die bislang wohl größte und technisch komplexeste Arbeit des Künstlers.