Mit Kopf und Hand - Variationen zur Zeichnung

11. September 2010 - 16. Januar 2011 / Akademie-Galerie - Die Neue Sammlung

Während des 20. Jahrhunderts und noch einmal während der letzten Jahrzehnte wurde das Medium Zeichnung immer wieder neu definiert. Folgende Tendenzen lassen unter anderem erkennen; nämlich erstens die allmähliche Anerkennung der Zeichnung zu einer eigenständigen künstlerischen Äußerung neben Malerei und Skulptur. Sie wurde aus einer nur vorbereitenden oder dienenden handwerklichen Betrachtung befreit. Zweitens entsprach die Zeichnung in ihrer abstrakten, konzeptuellen Qualität der Suche nach den gedanklichen Grundlagen von Kunst, die das 20. Jahrhundert intensiv beschäftigt hatte. Und drittens kam die Zeichnung dem Bedürfnis nach Spontanität und Unmittelbarkeit entgegen, das eine treibende Kraft zur Überwindung von starren Stilkonzepten und der eingeengten Künstlerpersönlichkeiten bildete. Die kunsthistorischen Beiträge der Maler E.K. Kirchner, Francis Picabia, Henri Michaux, Roy Lichtenstein und des Bildhauers David Smith stecken ein Feld der Zeichenkunst ab, das auch von den Künstlern der Düsseldorfer Akademie nach dem Zweiten Weltkrieg intensiv untersucht und erweitert wurde. Der Zusammenhang von Zeichnen und Schreiben bei Kirchner, die Verschränkung von Figuration und Imagination bei Picabia, die Abstraktion und das Zeichnen bei Michaux und schließlich David Smith. Systematische Suche nach den Spuren im weißen Raum der Fläche lassen die Richtungen erkennen, in die junge Künstler gehen konnten: Tomma Abts, Siegfried Anzinger, Joseph Beuys, Anthony Cragg, Peter Doig, Franz Eggenschwiler, Helmut Federle, Jörg Immendorff, Konrad Klapheck, Dieter Krieg, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Tal R., Gerhard Richter, Fritz Schwegler, Rosemarie Trockel und viele andere werden zu sehen sein.

Die Räume der Akademie-Galerie werden in eine dichte Installation verwandelt werden, in der mehrere 100 Zeichnungen eine außergewöhnliche Demonstration dieses Mediums bieten, das gerade in der Kunst der letzten Jahrzehnte eine selbstverständliche Geltung im Vorfeld oder neben den Werken in anderen Gattungen erreichen konnte.

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