Joseph Beuys. Parallelprozesse
Joseph Beuys, einer der weltweit innovativsten und einflussreichsten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, war Geburtshelfer folgenreicher neuer künstlerischer Ausdrucksformen, die zahllose Künstler nachhaltig und unmittelbar inspirierten. Fast 20 Jahre nach Armin Zweites vielbeachteter Ausstellung „Joseph Beuys – Natur Materie Form“ will JOSEPH BEUYS. PARALLELPROZESSE die verschiedenen Facetten des scheinbar heterogenen Lebenswerks von Joseph Beuys unter dem Stichwort „Parallelprozesse“ zueinander in Beziehung setzen und in ihrer Wechselwirkung beschreiben.
In einer chronologischen Abfolge von zehn ausgewählten, für die einzelnen Werkphasen repräsentativen Großwerken und Themenfeldern sollen die komplexen Vernetzungsstrukturen innerhalb des Œuvres und zwischen allen Werkformen und Medien anschaulich nachvollziehbar werden. Mit der Werkschau, die in einer dialogischen Präsentation exemplarischer Ensembles den „ganzen Beuys“ erfassen will, sollen nicht nur die skulpturalen Qualitäten des Werkes, sondern auch das performative Potential seiner Kunst, sein aktionistisches Handeln, sein quasi rituelles Agieren und sein transformierender Umgang mit Objekten und Werkstoffen vergegenwärtigt werden. Damit folgt das Projekt in gewisser Weise Joseph Beuys’ eigener Denkbewegung, in der sich Ahnung und Erkenntnis, Intuition und Deduktion, also letztlich Gefühl und Vernunft bedingen und ergänzen.
Das Projekt erfährt von vielen Seiten substantielle Unterstützung. Den Kontext der Ausstellung bildet die Quadriennale 2010, die von der Landeshauptstadt Düsseldorf getragen und organisiert wird. Im Verbund von Kunstsammlung und Friedrich-Schiller Universität Jena konnten zudem erhebliche Forschungsmittel vom Bundesministerium für Forschung und Bildung in Berlin gesichert werden. In den vom BLB für das Land Nordrhein-Westfalen erworbenen Räumen der ehemaligen Galerie Schmela – einem Ort, an dem Joseph Beuys in den 1970er und 1980er Jahren Kunstgeschichte geschrieben hat – unterstützt ein jüngeres Forschungsteam seit März 2009 die wissenschaftliche Vorbereitung der Ausstellung. Diese wird seit Mitte November 2009 von der Veranstaltungsreihe BEUYS AUSSTELLEN? begleitet, die in Kooperation mit Prof. Wilfried Kühn und der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe entwickelt wurde. Die Ergebnisse der begleitenden Forschungsprojekte sollen sich nicht nur in einem umfangreichen Katalog, sondern auch in einem ambitionierten Vermittlungsprogramm niederschlagen.
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