Björn Dahlem. Die Theorie des Himmels I – Die Milchstraße

11. September 2010 – 16. Januar 2011 / KIT - Kunst im Tunnel

KIT – Kunst im Tunnel widmet sich zur Quadriennale 2010 dem Künstler Björn Dahlem, der in den 1990er-Jahren in Düsseldorf studiert hat und heute im Ausstellungskontext weltweit wahrgenommen wird.
Als 1957 Sputniks durchs All sausten, beschäftigten sich die Phantasien von Millionen Menschen mit dem intergalaktischen Raum, seinen Ausmaßen, seinen Bewohnern. Das Staunen über die unbegrenzte Weite löste eine Sience-Fiction-Explosion aus; Künstler und Filmemacher, Philosophen und Wissenschaftler suchten das Außerirdische in Form zu bringen, zu erreichen, zu verstehen.
Björn Dahlems Sicht auf die Mysterien des Kosmos ist nüchterner als die vieler anderer Künstler. Es sind „arme Materialien“ mit denen er versucht, das Unbeschreibliche darzustellen. Styropor, Holzlatten, Glühbirnen und Neonröhren bilden einen Gegensatz zur Komplexität und Unfassbarkeit des Universums. Darüber hinaus taucht er in seiner Arbeit tief ein in Kunstgeschichte und Philosophie. Von der mittelalterlichen Gottes- und Heiligendarstellung über Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel bis zu Joseph Beuys erstreckt sich der kunsthistorische und religiöse Fundus aus dem Björn Dahlem schöpft. Er weiß: Das Strahlende, die Erleuchtung, das Wunder kann sich nur in der Kunst materialisieren. Die Romantik mit ihrem Lebensgefühl des Nicht-Darstellbaren, der Sinnlichkeit, der Gefühle und der Sehnsucht – all dies beförderte in Literatur, Musik und Kunst die Lust des Komponierens und Konstruierens eines irrealen, metaphysischen Raumes.

Ein solcher Raum entsteht, wenn Björn Dahlem mit „Die Theorie des Himmels I – Die Milchstraße“ KIT – Kunst im Tunnel in einen eigenen Kosmos mit eisiger intergalaktischer Materie verwandelt. Dazu verbaut der Künstler weiße Styropor-Elemente auf 888 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Der Besucher geht durch ein dreidimensionales Universum mit Inseln, Türmen und Felsen, das ihn einlädt, Teil von Dahlems Skulptur zu werden. Immer wieder tauchen gläserne Vitrinen auf, gefüllt mit eigentümlichen Objekten, die scheinen, als habe sie Dahlem im Weltall gefunden. Der Künstler macht mit seinen Welteninseln Dinge sichtbar, die wissenschaftlich nicht erklärbar und mit dem Verstand nicht zu begreifen sind.

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