Skulptur, Malerei und Mode versprechen ein spannendes erstes Ausstellungshalbjahr 2013
In der Kunstsammlung NRW wird mit der Ausstellung Bildhauer an der Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute erstmals das beeindruckende Panorama moderner Bildhauerei sichtbar (20. Februar – 28. Juli). 53 beteiligte Künstlerinnen und Künstler zeigen, wie künstlerische Ideen entstehen, sich wandeln und Neues erzeugen. Das Museum Kunstpalast zeigt mit Konrad Klapheck (26. April – 04. August) einen Ausnahmekünstler zwischen Surrealismus und Pop Art, der vor allem für seine monumentalen Maschinenbilder bekannt ist. Eine Retrospektive eines international anerkannten Protagonisten der Düsseldorfer Kunstszene.
Für ein spannendes und interessantes 1. Halbjahr sorgen in Düsseldorf weitere Ausstellungen: Im KIT wird dem zeitgenössischen Interesse am Schwarz Weiß nachgegangen (22. Februar – 20. Mai); die Kunsthalle präsentiert mit Michael Kunze einen Künstler, dessen Werk sowohl literarische, philosophische als auch architekturhistorische Reflektionen aufweist (06. April – 30. Juni); und im NRW Forum ist mit der Ausstellung Azzedine Alaïa. 21. Jahrhundert (08. Juni – 08. September) einer der letzten aktiven großen Couturiers zu Gast.
Mit dem Art in Düsseldorf Kalender erhalten Sie einen zuverlässigen Überblick über die aktuellen Ausstellungen und ausgesuchte Veranstaltungen aller Häuser.
Er ist ohne Zweifel ein hervorragender Musiker und Komponist. Dass Bryan Adams aber auch ein begnadeter Fotograf ist, ist (noch) weitgehend unbekannt. Neben der Liebe zur Musik wuchs über die letzten Jahrzehnte auch seine Liebe zur Kunst, insbesondere zur Fotografie. In der Ausstellung Bryan Adams – Exposed zeigt das NRW-Forum Düsseldorf nun zum ersten Mal in Deutschland einen umfassenden Querschnitt der besten Fotoarbeiten des Kanadiers.
53 international angesehene Bildhauerinnen und Bildhauer, die seit der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart an der der nahen Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt oder studiert haben breiten im K20 ein Panorama der Entwicklung dieser Kunstgattung seit 1945 aus.
Die Ausstellung im KIT nimmt die aktuelle Hinwendung junger Künstler zu Schwarz und Weiß auf. Die Begrenzung auf einfache Mittel, die ambitionierte Rückkehr zu alten Techniken und minimalistischen Ansätzen ist eine Reaktion auf die bildliche und technische Überfülle unsere Zeit, in der sich die Kunst durch Reduktion von der bilderproduzierenden Masse absetzt. So wenden sich Künstler seit kurzem verstärkt analoger schwarz-weiß-Fotografie zu oder nutzen alte Drucktechniken. Dies geschieht keineswegs in einer romantischen Rückwende, sondern wird mit dem Wissen um den aktuellen Stand der Technik (und zum Teil auch mit deren Mittel) zeitgenössisch eingesetzt. KIT zeigt Werke von jungen KünstlerInnen und stellt diesen drei Positionen etablierter Künstler zur Seite.
Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen realisiert die erste und längst überfällige Überblicksausstellung des international hoch geschätzten Fotografen und Turnerpreisträgers Wolfgang Tillmans in Westdeutschland. Als einer der wichtigsten Künstler seiner Generation hat Tillmans (geb. 1968) das Medium Fotografie um entscheidende Aspekte weiterentwickelt und als Kunstform neu definiert. Mit einer präzise entwickelten Gesamtkomposition wird Tillmans auf den spezifischen Ausstellungsort des ehemaligen Ständehauses reagieren.
Doktor Morgen neue Sorgen borgen ist die erste institutionelle Werkschau Gunter Reskis. Die Ausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, zeigt neben einer retrospektiven Auswahl von Gemälden und Papierarbeiten aus zwei Jahrzehnten neue Arbeiten des Künstlers, u. a. eine für das Foyer des Kunstvereins eigens entwickelte Wandmalerei.
Im Rahmen der Ausstellung findet am Donnerstag, 25. April 2013, um 19.30 Uhr im Foyer des Kunstvereins der Vortrag „Zu alter Whisky“ von Hans-Jürgen Hafner statt.
Ausstellung im Restaurant im Malkasten, Hentrichhaus
Eröffnung: Dienstag, den 12. März 2013 um 19 Uhr
Ausstellung in der Bar im Malkasten, Hentrichhaus
Eröffnung: Dienstag, den 12. März 2013 um 19 Uhr
Ausstellung im Malkasten, Jacobihaus
Eröffnung: Dienstag, den 26. März 2013 um 19 Uhr
Michael Kunzes (*1961 in München) Malereien stecken voller literarischer, philosophischer, kunst- und architekturhistorischer Reflexionen. Er überführt diese in rätselhafte, irrational anmutende Szenerien, architektonische Konstrukte oder utopische Landschaften. Die Ausstellung präsentiert Arbeiten aus den letzten 20 Jahren seines Schaffens, das sich wie ein endloser Kommentar zu Arnold Böcklins „Toteninsel“ lesen lässt. Kunze versucht Zusammenhänge herzustellen, die heute fast in Vergessenheit geraten sind. Ein zentrales Motiv hierfür sind die „Halkyonischen Tage“: Der von Kopfweh geplagte Friedrich Nietzsche verwendete diese Metapher in Zeiten der Besserung seines Leidens. Immer wieder malt Michael Kunze architektonische Kompositionen unter einem bewölktem Himmel, die in theatralisch inszeniertes, mediterranes Licht getaucht sind. Dominierend sind die vielschichtigen Kontraste auf inhaltlicher und formaler Ebene. Fragmente moderner und vormoderner Baukunst treffen aufeinander.
Ausstellung und Katalog entstehen in Kooperation mit der Nationalgalerie Berlin.
Erstmals richtet sich der Blick einer groß angelegten Ausstellung auf den Lehrbetrieb einer Kunstakademie des 18. Jahrhunderts – deren Arbeit bis heute nachwirkt: Gewidmet ist sie dem wohl bedeutendsten Privat-Sammler Düsseldorfs während der Zeit des Kurfürsten Carl Theodor: dem Künstler und Gründungsdirektor der Düsseldorfer Kunstakademie, Lambert Krahe (1712-1790). In der aus dem Bestand der Kunstakademie heraus konzipierten Ausstellung finden sich neben den großen Barockkünstlern auch die Werke eines Raffael, Federico Barocci, Paolo Veronese, wie auch die der anderen kontinental-europäischen Künstlerpersönlichkeiten, so Albrecht Dürer, Hendrick Goltzius, Jacques Callot oder Gaspard Dughet.
Zu sehen sind etwa 200 Exponate.
In Videos, Installationen, Skulpturen und Fotografien lassen uns die Künstler eintauchen in die Welt der Dinge, deren sinnliches Gewand uns wahlweise verführt und provoziert, sie begreiflich aber gleichzeitig auch unübersetzbar macht.
beteiligte Künstler: Bettina Buck, Hans Peter Feldmann, Romuald Hazoumè, Sofia Hultén, Monika Stricker, Haegue Yang.
Ausstellung in der Vitrine im Jacobipark des Künstlerverein Malkasten
Eröffnung: Dienstag, den 16. April 2013 um 19 Uhr
Die Ausstellung wird kuratiert von Heike van den Valentyn.
Künstlergespräch und Katalogpräsentation
Donnerstag, 16. Mai 2013, 20 Uhr
In den 1970er Jahren entwarf der niederländische Architekt Aldo van Eyck das Haus des Galeristen Alfred Schmela. Hier werden nun die Amsterdamer Spielplatz-Entwürfe des Niederländers mit dem Werk von zwei zeitgenössischen Künstlern in Dialog treten: Nils Norman, Yto Barrada.
Bel Etage
Nach langer Abwesenheit in den Ausstellungsräumen widmet sich die Kunstsammlung ab Sommer wieder einem Teil der umfangreichen Julius Bissier (1893 – 1965) Bestände. Der Schwerpunkt wird dabei auf Bissiers geometrisch-abstraktem Werk liegen. Die bislang noch nie gezeigten Leinwandarbeiten aus den frühen 1950er Jahren beleuchten eine mitunter wenig bekannte Seite
des Künstlers.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einer Einleitung von Elodie Evers und Magdalena Holzhey, einem Essay von Gregor Stemmrich sowie einführenden Texten zu den drei Künstlern von Marie de Brugerolle, Luca Cerizza und Chris Kraus.
Im Rahmen der Eröffnung finden am 15. Mai 2013 die Performances „Variations on Sinakinatography“ von Channa Horwitz und „Five Sisters“ von Guy de Cointet in Zusammenarbeit mit Eric Orr, statt.
Beteiligte Künstler: Katarzyna Cudnik und Christoph Bucher
Bis 27. Mai 2012 ist im Groninger Museum die Ausstellung Azzedine Alaïa. 21. Jahrhundert zu sehen. Diese Ausstellung zeigt Alaïas fantastischste Modekreationen der vergangenen 10 Jahre. Alaïa ist einer der letzten noch aktiven großen Couturiers. Der in Tunesien geborene Azzedine Alaïa ist einer der bedeutendsten Modeschöpfer der vergangenen Jahrzehnte. Der Name Alaïa steht für Glamour, Sinnlichkeit, Stil, Passform, Selbstvertrauen, Bequemlichkeit und natürlich Sex-Appeal. Seine enganliegenden Kleider umschließen die Körper der weltweit verführerischsten und erfolgreichsten Frauen.
Das Brasilien der 1950er und 1960er Jahre zeigte einen radikalen Aufbruch in die Moderne. Die Wurzeln der brasilianischen Kunst führen zurück nach Europa, wo sie sich vom Konstruktivismus und Bauhaus inspirieren ließ. Während die europäischen Künstler eine utopische Sprache geprägt von Symbolen und Formen entwickelten, weiteten die Brasilianer das Feld der Abstraktion in eine weitere Richtung aus: Ihr Ansatz war poetischer, sensorischer und persönlicher. Auch heute noch beziehen sich viele zeitgenössische Künstler auf die brasilianische Avantgarde und setzen sich kritisch mit ihr auseinander, denn kaum ein anderes Land hat die modernen Zukunftsvisionen so radikal umgesetzt wie Brasilien.
“Avante Brasil” zeigt einen Einblick in die lebendige junge Kunstszene Brasiliens und präsentiert künstlerische Positionen, die sich eines internationalen und fundiertem Vokabulars bedienen. In Brasilien sind die ausgestellten Künstler schon ein Begriff, in Deutschland werden sie zum ersten Mal präsentiert.
Die Ausstellung ist das Resultat einer intensiven Recherche und zeigt nicht die deutsche Sicht auf Brasilien sondern wurde in enger Zusammenarbeit mit brasilianischen Kuratoren entwickelt.
Beteiligte Künstler: Anne Lildholdt Jensen, Anna Berndtson, Iris Fridriksdottirdänin, Jesper Kristiansen
und Thomas Lunau
Seit 50 Jahren vergibt das Land Nordrhein-Westfalen alle zwei Jahre Preise für Kunsthandwerker, die in verschiedenen Gewerken tätig sind. Neben Goldschmiede, Holz-, Textil- und Keramikarbeiten kamen von Beginn an auch Glasarbeiten in die Auswahl. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Glaskünstlern, die den Staatspreis für das Kunsthandwerk in Nordrhein-Westfalen erhalten haben: Peter Schmitz, Fritz H. Lauten, Hans Peter Kremer, Renato Santarossa, Mathias Klering, Klaus Geller, Wolfgang Klee, Oswald Krause-Rischard, Thomas Klein, Dorothee Beckersjürgen, Helga Reay-Young, Georg Linden, Lothar Göbel, Gerd Kruft, Uta Majmudar, Thomas Lemke, Klaus Hilsbecher, Michael Behrens, Wilfried Grootens.
Der argentinische Künstler Tomás Saraceno entwickelt für das Kuppelgeschoss des K21 Ständehaus eine raumfüllende, begehbare Installation. „In den Umlaufbahnen“ nennt Saraceno sein Netz aus Stahlseilen, das Museumsbesucher vom 22. Juni bis 7. September kletternd oder kriechend erleben können. Es ist die bislang wohl größte und technisch komplexeste Arbeit des Künstlers.
Die Computer-generierten Arbeiten der Amerikanerin Brenna Murphy (Jg. 1986) erinnern an
die psychedelischen Motive der Hippie-Ära. Häufig nur online ansehbar, orientiert sie sich an
der traditionellen Folk Art sowie ihrer naturalistisch-spirituellen Ansätze, die sie durch ihre
experimentelle Auslotung der digitalen Möglichkeiten in die jetzige Zeit übersetzt. Die
scheinbar unendlichen Weiten, der konstant verbesserten Grafikprogramme und der sich
dadurch ergebene, stetig erweiternde künstlerische Spielraum, ist für Murphy hierbei von
nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Die Kunsthalle Düsseldorf plant ein großes Ausstellungsprojekt zum Kapitalistischen Realismus. Gerhard Richter, Konrad Lueg, Sigmar Polke und Manfred Kuttner prägten diesen Begriff anlässlich ihrer selbst organisierten Ausstellung in der Kaiserstraße 31a in Düsseldorf Anfang 1963. Obwohl sie selbst ihn nur kurze Zeit verwendeten und sich von der Wahrnehmung als Künstlergruppe schnell distanzierten, repräsentiert der Kapitalistische Realismus eine spezifische Kunstauffassung der westdeutschen Nachkriegszeit und wird bis heute kontrovers diskutiert. Anlass der Schau ist nicht nur das 50-jährige Jubiläum der Entstehung des Begriffs im Jahr 2013, sondern vor allem die Tatsache, dass diesem wichtigen Phänomen bislang noch kein umfassendes Ausstellungsprojekt gewidmet wurde. Die Kunsthalle wird die zentralen Ausstellungen und Aktionen dokumentieren, darunter vor allem die Aktion Leben mit Pop – Demonstration für den Kapitalistischen Realismus, die Gerhard Richter und Konrad Lueg 1963 im Möbelhaus Berges in Düsseldorf veranstalteten. Ein zweiter Teil wird sich mit der Wirkung befassen. René Block, den die Möglichkeiten einer neuen künstlerischen Auseinandersetzung mit der Realität faszinierten, übernahm mit Gründung seiner ersten Galerie in Berlin 1964 den Begriff als ein leitmotivisches Schlagwort für seine Galeriearbeit und politisierte ihn damit auch vor dem Hintergrund der deutschen Teilung. Ihm und der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ wird sich die Ausstellung ebenfalls widmen.
Durch eine großzügige Schenkung von Willi Kemp erhält die Graphische Sammlung dieses Jahr 1000 Blatt Druckgraphik, die das Ehepaar Kemp in nahezu 60 Jahren zusammengetragen hat.
Einen ersten Einblick in diese großartige und facettenreiche Sammlung bietet eine Auswahl unter dem Motto „farbenfroh“. Alle Blätter, ob gegenständlich oder abstrakt, verbindet ihre intensive Farbigkeit. Die meisten Werke sind in den Fünfziger und Sechziger Jahren entstanden und sie scheinen die Tristesse der Nachkriegszeit mit leuchtenden Farben und klaren Formen vertreiben zu wollen. Mit ihren frischen, der Welt zugewandten Farben verbreiten die Werke Aufbruchsstimmung und Optimismus.
Die Freude und die Heiterkeit, die sich beim Betrachten der rauschenden Farben einstellen, stehen stellvertretend für den Genuss, den Willi Kemp dem Museum Kunstpalast mit seinen zahlreichen sorgfältig ausgesuchten Blättern bereitet.
Die Ausstellung Alexander Calder – Avantgarde in Bewegung macht erstmals die Universalität im Denken dieses Künstlers deutlich: Das Werk Calders, der zu den bedeutendsten amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt, wird eingebettet in die künstlerische Avantgarde Europas. Gezeigt wird bei der Übersicht im K20 am Grabbeplatz eine eindrucksvolle Auswahl von rund 70 Werken aus internationalen Museen und Sammlungen. Calders poetische Mobiles und Stabiles kommen dabei monumental zur Geltung.
Candida Höfer gehört mit Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth zur ersten Generation von Bernd und Hilla Bechers Fotoklasse an der Kunstakademie. Ihre Arbeiten sind geprägt von kühler Sachlichkeit, präzisem Erfassen von Details und vor allem auch einem ausgeprägtem Interesse an Strukturen und Ordnungen im öffentlichen Raum.
Seit ihrer Zeit an der Düsseldorfer Akademie findet die berühmte Fotografin Candida Höfer immer wieder Motive in Düsseldorf.
Im Februar 2014 zeigt das Museum Kunstpalast ab Herbst 2013 eine als Retrospektive angelegte Ausstellung, die sich erstmals auf Werke konzentriert, die während eines Zeitraums von etwa vier Jahrzehnten in Düsseldorf entstanden sind.
Die Entwicklung der Fotografin wird in der Ausstellung genauso anschaulich wie die der Stadt. Besonders interessant sind die seltenen Momente, in denen die Künstlerin oft Jahre später an den gleichen Ort zurückkehrt und ein Motiv abermals aufgreift, doch mittlerweile mit einem veränderten Blick. Für die etwa 100 Werke umfassende Schau entstehen neue Arbeiten, viele der älteren Fotos wurden noch nie öffentlich gezeigt.
Mit Sabine Dusend, Henning Fehr, Adam Harrison, Friederike Haug, Hannah Hummel, Ae-Ran Kim, Phillip Rühr, Ruben Benjamin Smulczynski, Angelika Trojnarski
In Zusammenarbeit mit der Kuratorin Natalia Gershevskaya zeigt KIT eine Ausstellung von Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf, die Neuinterpretationen von klassischen Themen der Kunst- und Filmkunstgeschichte präsentieren.
Im Zusammenhang mit der Präsentation eines neuen Videos des jungen Künstlers Christian Keinstar (*1975) werden diesem zwei amerikanische Werke aus der Sammlung gegenübergestellt: von Richard Serra (*1939) House of Cards (1969/81) und das unbetitelte Bleirelief von Robert Morris (*1931) von 1964. Christian Keinstar rührt in seinem Video mit der Hand (im Arbeitshandschuh) im flüssigen Blei, Morris Arbeit ist aus Blei und zeigt einen Arbeitshandschuh, Serras Arbeit war in der Urfassung aus Blei. Zudem werden aus dem Bestand des AFORK (Archiv der künstlerischen Fotografie der rheinischen Kunstszene) noch ein paar Aufnahmen gezeigt, die Benjamin Katz im Jahr 1981 bei der Ausstellung „Westkunst“ gemacht hat, für die Richard Serra seine Arbeit Splashing Lead aus den 1960er Jahren wiederholt hat.
Die Düsseldorfer Künstlerin – geb. 1960, Meisterschülerin bei Gerhard Richter an der Akademie – arbeitet mit verspiegelten Glasobjekten. Die Ausstellung kann auch Zeichnungen und keramische Arbeiten umfassen. Es werden ca. 10 Objekte zu sehen sein.
The Impossible Union, 2011
Der marokkanische Künstler mounir fatmi nutzt in seinen bildnerischen Arbeiten immer wieder arabische Kalligraphie bzw. Schriftzeichen, die sowohl eine ästhetische als auch eine semantische Ebene beinhalten. Für die Skulptur verwendet er eine alte hebräische Schreibmaschine, die statt eines getippten Schriftsatzes auf Papier, metallene arabische Letter erscheinen lässt. Mit dieser subtilen Verbindung von ‚sprachlichen Versatz-stücken‘ verweist er auf das viel-schichtige Beziehungsgeflecht zwischen Judentum und arabischer Welt sowie auf das gesellschaftlich-kulturelle und politische Verhältnis von jüdischer und islamischer Kultur und Religion.
Eine Werkpräsentation in 15 Museen und eine Online Ausstellung
Der Galerist Alfred Flechtheim (1878–1937) gehört zu den bedeutenden und einflussreichen Figuren der Kunstszene im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich für den rheinischen Expressionismus und den französischen Kubismus ein und förderte bedeutende Künstlerpersönlichkeiten wie beispielsweise Max Beckmann, George Grosz und Paul Klee. Die massiven antisemitischen Attacken gegen ihn und seine Künstler deutete er bereits 1933 unfehlbar: Er verließ Deutschland.
Bis heute haben Alfred Flechtheims kunsthändlerische Aktivitäten in zahlreichen deutschen Museen ihr Spuren hinterlassen: Er hat die Sammlungen der Moderne aktiv mit geprägt. Es ist das Ziel dieses Forschungsprojektes, seine Spuren zu verfolgen, sie anschaulich in den Museen zu vermitteln und die Ergebnisse zugleich auf einer Plattform im Internet international zugänglich zu machen. Auf diese Weise werden Mechanismen des Kunsthandels und Sammlungsstrategien der Institutionen aufgedeckt.
Insgesamt beteiligen sich an dem Projekt 15 renommierte Museen und leisten damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Provenienzforschung: Kunstmuseum Bonn, Kunsthalle Bremen, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund, Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf, Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Städel Museum, Frankfurt, Hamburger Kunsthalle, Sprengel Museum Hannover, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Museen der Stadt Köln, Museum der bildenden Künste, Leipzig, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster, Staatsgalerie Stuttgart, Museum Rietberg, Zürich
Der 1983 geborene, in Lublin, Polen, lebende Künstler Mariusz Tarkawian ist ein besessener, dabei konzeptionell vorgehender Zeichner. Seit einigen Jahren arbeitet er sich in unendlich vielen, meist postkartengroßen Zeichnungen durch die Kunstgeschichte und die Vielfalt der zeitgenössischen Kunstszene. Es handelt sich um einen Prozess der Aneignung, aber auch der Kommentierung. Aus Anlass des hundertsten Geburtstags unseres Hauses wird Mariusz Tarkawian für einige Tage nach Düsseldorf eingeladen, sich zeichnend mit der Sammlung des Museum Kunstpalast und der Präsentation von deren Werken auseinandersetzen wird. Das Resultat dieser Aufenthalts wird in einer kleine Spot on-Ausstellung in einem Kabinett als von ihm kuratierte Zeichnungsinstallation präsentiert.“
‚Kritikalität’, d. h. das (gesellschafts-)kritische Wirkungspotenzial, das der Kunst
zugeschrieben wird und aus ihr tatsächlich erwachsen kann, ist zu einem ihrer
erfolgreichsten Verkaufsargumente geworden. Wie es zu dieser Situation kommen konnte,
ist die Fragestellung, der sich die thematische Gruppenausstellung „Risikogeschäfte“ widmen
will. Anhand ausgewählter Arbeiten stellt die Schau eine historische Perspektive her, die
nachvollzieht, warum es gerade der Charakter der Kunst als Ware ist, der einerseits
Grundlage ihrer gesellschaftlichen Wirksamkeit bot – und der uns andererseits immer
wieder dazu zwingt, den Wert der Kunst entsprechend neu zu definieren, wenn sie über den
bloßen Warenwert hinaus auch symbolisch wirkungsmächtig bleiben will.
Für die Ausstellung in der Bel Etage des K21 befasst sich Susan Philipsz mit den Grenzbreichen von Klang, Malerei und Architektur. Im Fokus ihrer Installation werden dabei die historischen, räumlichen sowie ästhetischen Kontexte von Ständehaus und Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen stehen. Mit dem Werk Julius Bissiers wird in dieser Auseinandersetzung ein besonderer Komplex der Sammlung ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.
Durch die vielschichtige Bezugnahme auf ihren jeweiligen Ort gelingt es den Arbeiten Susan Philipsz’ immer wieder eindrucksvoll, dem Betrachter eine vollkommen andere Wahrnehmung der ihn umgebenden Räume zu ermöglichen. 2010 wurde die in Glasgow geborene Künstlerin mit dem prestigeträchtigen Turner-Preis ausgezeichnet, in diesem Jahr war sie mit einem eindrucksvollen Beitrag bei der documeta 13 beteiligt.
Landschaftsdarstellungen deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandten sich viele Künstler gegen festgeschriebene akademische Regeln und suchten in der damals noch wenig theoretisierten Gattung Landschaft nach individuellen Ausdrucksmöglichkeiten. Landschaftsdarstellungen sind häufig „Spiegel der Seele“, d.h. Projektionsfläche der Sehnsüchte und zugleich Experimentierfeld der Könnerschaft. Mit etwa 6000 Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts besitzt die Graphische Sammlung des Museum Kunstpalast einen reichen Fundus, aus dem geschöpft werden konnte. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 65 Zeichnungen und Aquarellen der herausragenden Vertreter der Epoche, unter ihnenCarl Blechen, Caspar David Friedrich und Adolph von Menzel. Alle damals wichtigen deutschen Kunstzentren wie München, Berlin, Dresden und Düsseldorf sind mit Beispielen vertreten.
Aus der Klasse Prof. Katharina Fritsch.